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Die verschiedenen Mikrofon-Typen

Voraussichtliche Lesezeit: 2 Minuten

Es gibt viele verschiedene Arten von Mikrofonen, die sich beispielsweise in ihrer Anschlussart, Bauweise oder Funktionsweise unterscheiden. Daher ist es wichtig, sich von Anfang an zu überlegen, wie das Mikrofon eingesetzt werden soll. Die größten Unterschiede für die Aufnahmesituation machen dabei die Anzahl der Personen, die aufgenommen werden sollen, sowie die Umgebung, in der diese sich befinden. Die sogenannte Richtcharakteristik ist dabei ein entscheidender Faktor. Es gibt folgende gängige Formen:

Kugel

Polar pattern omnidirectional
Galak76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Acht

Polar pattern figure eight
Galak76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Keule

Polar pattern directional
Galak76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Breite Niere

Polar pattern subcardioid
Galak76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Niere

Polar pattern cardioid
Nicoguaro, CC BY 4.0, via Wikimedia Commons

Superniere

Polar pattern supercardioid
Galak76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Hyperniere

Polar pattern hypercardioid
Galak76, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Diese unterschiedlich geformten Aufnahmebereiche erlauben es, gezielt die gewünschten Geräuschquellen aufzunehmen und die unerwünschten auszublenden. Dadurch lassen sich viele verschiedene Situationen optimal aufnehmen.

Geht es um die Umgebung, in der sich die Teilnehmenden befinden, oder die Situation, in der die Aufnahme stattfinden soll, ist auch die Bauweise eines Mikrofons wichtig, auf die im folgenden Abschnitt eingegangen wird.

Unterschied: Dynamisch & Kondensator

Dynamische Mikrofone sind verhältnismäßig günstig und robust. Sie eignen sich gut für die Aufnahme lauter Schallquellen, nehmen wenig Raumklang auf und kommen häufig als Handmikrofone zum Einsatz. Das kann zum Beispiel eine Aufnahme mit Publikum auf der Straße sein. Allerdings benötigen dynamische Mikrofone eine hohe Vorverstärkung und zeichnen aufgrund ihrer geringeren Empfindlichkeit besonders hohe oder tiefe Töne oder schnelle, detaillierte Tonänderungen nur verhältnismäßig schwach auf.

Kondensatormikrofone brauchen wenig Vorverstärkung, haben einen breiteren Übertragungsbereich und reagieren detaillierter auf Impulse, nehmen dafür aber auch einen größeren Raumanteil auf, sind anfälliger für Störgeräusche und benötigen aufgrund ihrer Funktionsweise eine zusätzliche Stromversorgung (Phantomspeisung). Sie sind die Mikrofone der Wahl, wenn Klangqualität entscheidend ist.

Spezielle Mikrofone

Genauso mobil wie das Handmikrofon, dafür aber unauffälliger und weniger störend ist das Klemm- oder Ansteckmikrofon. Wenn neben Portabilität auch Klangqualität wichtig ist, werden sogenannte Lavaliermikrofone verwendet.

Besonders vielseitig sind Richtrohrmikrofone, auch Interferenzmikrofone oder im Englischen shotgun microphone genannt. Sie weisen eine ausgeprägte Kegelcharakteristik aus (bzw. bei tiefen Frequenzen abhängig von der Mikrofonkapsel eher Nieren- oder Supernierencharakteristik) und sind dann besonders nützlich, wenn das Mikrofon aus einem bestimmten Grund nicht zu nah an die aufzuzeichnende Geräuschquelle herangebracht werden kann – zum Beispiel als ungesehene „Tonangel“ für Film und Fernsehen oder als Aufsteck-Richtmikrofon an Videokameras.

Bei Mehrkanal-Mikrofonsystemen werden die Richtcharakteristiken mehrerer Mikrofone gleichzeitig eingesetzt, um den Audioaufnahmen einen Raumklang zu verleihen. Dies ist zum Beispiel für Atmoaufnahmen nützlich: Diffuse Hintergrundgeräusche, die als Teil einer Tonaufnahme eine bestimmte Atmosphäre vermitteln sollen. Es gibt hierfür sehr viele verschiedene Systeme und Konfigurationen.

Zu guter Letzt ist noch anzumerken, dass bei der Verwendung mehrerer Aufnahmegeräte auch mehrere Tonspuren anfallen. Mehrere Audiospuren zu synchronisieren, ist bei manchen Geräten schon während der Aufnahme möglich. Sonst ist eine Nachbearbeitung mit Audioschnitt-Software nötig.


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